Krankenkassen diskriminieren verheiratete Frauenpaare

Ein Jahr nach der überwältigenden Annahme der «Ehe für alle» ignorieren die Krankenkassen den Volkswillen nach Gleichheit und haben stattdessen eine neue Diskriminierung zwischen Heterosexuellen und Lesben geschaffen: Die Kosten für Samenspenden werden nur heterosexuellen Paaren erstattet. 

Dieser Angriff auf die Rechte von Frauen und insbesondere von Lesben dulden wir queeren Menschen nicht! Unterschreibe die Petition der Lesbenorganisation Schweiz auch und setze dich dafür ein, dass auch Samenspenden für lesbische Paare durch die Krankenkassen vergütet werden!

> Unterschreibe hier die Petition der LOS

Die Krankenversicherungen diskriminieren Lesben

Die negativen Antworten der Krankenkassen auf Gesuche um Kostenübernahme der medizinisch unterstützten Fortpflanzung für Lesben sind skandalös. Die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) wehrt sich gegen diese diskriminierende Behandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren durch die Krankenversicherungen und fordert eine Gleichstellung von hetero- und lesbischen Paaren bei den gewährten Rückerstattungen. In einer Petition fordert die LOS nun die gleichwertige Erstattung von Leistungen, unabhängig von der sexuellen Orientierung.

Die sexuelle Orientierung ist das einzige Kriterium, das Krankenversicherungen bei der Entscheidung über die Kostenübernahme für Samenspenden heranziehen. «Ein Jahr nach der überwältigenden Annahme der ‹Ehe für alle› haben sich die Versicherungen dafür entschieden, den Volkswillen nach Gleichheit zu missachten und eine neue Diskriminierung zwischen Heterosexuellen und Lesben zu schaffen. Ja zur Ehe zu sagen, aber die Rechte für einen Teil der Paare unzugänglich zu machen, ist einfach scheinheilig und zeigt einen Mangel an Willen seitens der Versicherer!», betont Tamara Funiciello, Nationalrätin und Vorstandsmitglied der LOS.

«Die LOS prangert einen weiteren Angriff auf die Rechte von Frauen und insbesondere von Lesben an. Dies nur wenige Tage nachdem bekannt geworden ist, dass Helsana mit abtreibungsfeindlichen Gruppierungen zusammenarbeitet und Frauen Rabatte gewährt, die sich verpflichten, nicht abzutreiben.»

Während den parlamentarischen Diskussionen über die «Ehe für alle» setzte sich der Vorschlag durch, dass lesbische Paare nur dann von Geburt an als Mütter des Kindes anerkannt werden, wenn dieses in einer Schweizer Fruchtbarkeitsklinik gezeugt wurde. «Mit dem Ausschluss gleichgeschlechtlicher Paare von den Leistungen, die heterosexuellen Paaren vergütet werden, machen die Krankenversicherungen die künstliche Befruchtung weniger zugänglich und teurer, insbesondere für lesbische Paare mit Kinderwunsch», bedauert Muriel Waeger, Co-Geschäftsführerin der Lesbenorganisation Schweiz. Denn die hohen Verfahrenskosten zwingen aktuell viele lesbische Paare zu billigeren Lösungen, etwa zur Inanspruchnahme von Samenspenden im Ausland oder von privaten Samenspenden. Diese erlauben im Gegensatz zu einer künstlichen Befruchtung in einer Schweizer Klinik keine rechtliche Absicherung der beiden Elternteile und des Kindes ab Geburt.

Die LOS fordert die Krankenversicherungen und das Parlament dazu auf, dafür zu sorgen, dass die Vergütung für alle Paare, die ohne Samenspende kein Kind empfangen können, gleich gehandhabt wird. Die LOS setzt sich für die Einreichung einer parlamentarischen Motion ein, die in diese Richtung geht und die Annahme der «Ehe für alle» an der Urne mit über 64 Prozent Ja-Stimmen im Jahr 2021 respektiert.

Gemäss einer Medienmitteilung der Lesbenorganisation Schweiz LOS